individuell oder frei?

Die Tendenz zur individuellen Preisgestaltung durch Ausspionieren der Konsumenten gibt es ja schon lange. Jetzt glauben manche, dieses „das kapitalistische Nirwana“ sei endlich nahe: http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-10/absolute-preisdiskriminierung
Was uns als Preisnachlass verkauft wird, ist tatsächlich der gierige Versuch herauszufinden, wie viel jedem einzelnen von uns ganz persönlich für eine Ware abgeknöpft werden kann.
Und auch wenn viele auf diese Marketing- & Datenensammlungsstrategie hereinfallen, so ist vielen die Freiheit wichtiger, klare, ehrliche Angebote vergleichen und wählen zu können.

Noch mehr Freiheit & Kundenkompetenz bietet das Modell Pay-what-you-want, das noch wenig erforscht und in Wirtschaftskreisen viel zu wenig beachtet wird, obwohl es tatsächlich erfolgreicher und auch viel sympathischer ist. Nach vielen mehr oder weniger alternativen Lokalen, wie dem Wiener Diwan, hat inzwischen sogar ein Zoo herausgefunden, daß freie Preisbestimmung auch kommerziell erfolgreich sein kann. Obwohl die Leute durchschnittlich viel weniger bezahlten, nahm der Zoo 2,5-mal so viel Geld ein, weil durch diese Selbstbestimmung so viel mehr Besucher kamen: http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-01/pay-what-you-want
Auch Musiker können so sowohl CD-Verkäufe als auch Downloads gewaltig steigern und damit viel mehr Umsatz als mit Fixpreisen machen.

Wir bevorzugen ja, wenn beim gemeinsamen produktiven Tätigsein, möglichst alle Beteiligten gleichzeitig irgendwie profitieren, und gar kein Ausgleich notwendig ist.
Und falls dann doch noch das Bedürfnis nach einem Ausgleich besteht, dann ist die frei gewählte Spende an Zeit, Material und erst als letzte Alternative Geld immer am schönsten.